Müßiggang und Widerstände

Müßiggang und Widerstände

Auszug aus Mark Kingwell »Nach der Arbeit«, Seite 14–31

Müßiggang

Betrachten wir das grundlegende Wesen der Arbeit. In einem 1932 erschienenen Aufsatz mit dem Titel Lob des Müßiggangs definiert Bertrand Russell tatsächlich den Begriff »Arbeit« prägnanter als den des Müßiggangs, den er als bloße Abwesenheit von Arbeit aufzufassen scheint (meiner Auffassung nach, die ich andernorts begründet habe, handelt es sich bei diesem Zustand eher um Bummeln als um Müßiggang). Russell definiert Arbeit folgendermaßen: »Es gibt zweierlei Arten: einmal, Verlagern der Materie auf oder nahe der Erdoberfläche in bezug auf andere derartige Materien; zweitens, andere Leute anweisen, es zu tun. Arbeit der ersten Art ist unangenehm und schlecht bezahlt, der zweiten angenehm und hoch bezahlt.«

Und er fährt fort: »Außerdem lässt sich die zweite Art unbegrenzt erweitern: es gibt nicht nur Leute, die befehlen, sondern auch welche, die Ratschläge geben, was zu befehlen sei.« Diese Form von Ratschlägen zweiter Ordnung ist das, was unter »Bürokratie« zu verstehen ist, und wenn gleichzeitig zwei gegensätzliche Arten von Ratschlägen erteilt werden, wird dies »Politik« – genauer gesagt: politischer Wettstreit – genannt. Die Befähigungen für diese letztgenannte Art von Arbeit brauchen nicht »auf Kenntnis der Personen, denen der Rat erteilt wird, zu beruhen, vielmehr nur auf der Beherrschung der Kunst, durch Wort und Schrift zu überzeugen, das heißt auf Beherrschung der Werbung und Propaganda«.

»Die größte Leistung der Arbeit besteht darin, ihre wesentliche Natur zu verschleiern.«

Dieser Analyse ist kaum etwas hinzuzufügen, außer der Hinweis auf etwas Entscheidendes, das Russell zu entgehen scheint: Die größte Leistung der Arbeit besteht darin, ihre wesentliche Natur zu verschleiern. Die düsteren Ironiker des Dritten Reichs waren besonders freimütig, als sie die bösartige, höhnische Maxime »Arbeit macht frei« über den Eingangstoren von Dachau und Auschwitz anbrachten. Man kann daraus nur folgern, dass das ihre Vorstellung von einem makabren Witz war, denn es ging ihnen selbstverständlich nicht um Beschäftigungsprogramme, sondern um die effiziente Umsetzung ihrer Vernichtungsideologie.

Die wirklichen Ideologen der Arbeit sind niemals so transparent und auch nicht so ironisch. Aber sie sind gerissen, denn ihre Genialität besteht darin, dass sie eine andere Maxime auf die ganze Welt angewandt haben: »Arbeit macht Spaß!« Oder um dieses Argument konsequent zu Ende zu denken: »Es ist keine Arbeit, wenn es sich nicht nach Arbeit anfühlt.« Und das nutzen gefeierte Workaholics dann als Vorwand, sich darüber hinwegzutäuschen, dass sie an einer Suchtkrankheit leiden, und gleichzeitig alle anderen anzuklagen, sie würden nicht hart genug arbeiten. »Arbeit ist das beste Heilmittel für alle Krankheiten und alles Elend, das die Menschheit je befallen hat«, so der Spaßvogel Thomas Carlyle. »Nichts ist echte Arbeit, wenn man nicht lieber etwas anderes machen würde«, fügte J. M. Barrie hinzu, womit er vielleicht seine eigene Einstellung zu der von ihm erfundenen Figur Peter Pan untergrub. Und selbst der scheinbar unbekümmerte Noël Coward behauptete: »Arbeit macht viel mehr Spaß als Spaß.« Wirklich? Vielleicht wollte er sagen: »… als das, was die meisten Menschen unter Spaß verstehen.« Dennoch legten Behauptungen wie diese lediglich die Grundlagen für die Rhetorik der »Arbeit als Spiel/Spaß« von Google, Facebook etc. oder die gegenwärtige, wenn auch aufrichtigere Produktivitätsrhetorik mit ihrer Absolutsetzung der Wettbewerbsfähigkeit (»Behaupte dich oder stirb!«).

»Tatsächlich ist Arbeit das größte selbstregulierende System, das das Universum bislang hervorgebracht hat und das jeden von uns dem alles-überwachenden Blick des Panopticons unterwirft.«

Arbeit nutzt ein Netzwerk von Techniken und Effekten, die den Anschein erwecken, sie sei unvermeidlich und, soweit möglich, ein Vergnügen. Von zentraler Bedeutung ist dabei der Effekt der Verantwortungsdiffusion für die grundlegende Notwendigkeit von Arbeit: Jeder findet sich damit ab, weil jeder weiß, dass jeder Arbeit haben muss. Vorgesetzte und »Untergebene« sind gleichermaßen Sklaven der umfassenderen Regelungssysteme der Arbeit, die gespenstisch und nicht-lokalisierbar sind. Tatsächlich ist Arbeit das größte selbstregulierende System, das das Universum bislang hervorgebracht hat und das jeden von uns dem alles-überwachenden Blick des Panopticons unterwirft, unter dem wir nichts anderes zu tun wagen als zu arbeiten – oder wenigstens so zu tun, als würden wir arbeiten, aus Furcht, wir könnten einer unausgesprochenen Missbilligung zum Opfer fallen, die gerade dadurch umso machtvoller ist. Die Idee der Arbeit funktioniert in der gleichen Weise wie eine sichtbare Überwachungskamera, die nicht einmal angeschlossen sein muss. Wir können noch weiter gehen: Es bedarf nicht einmal einer Kamera. Wie die Gefangenen in der perfektionierten Version des utilitaristischen Gefängnisses, wie es von Jeremy Bentham entworfen wurde, brauchen auch Arbeiter keinen Überwacher, weil sie sich selbst überwachen. Man braucht keine Wachen aus Fleisch und Blut; wenn wir uns der Arbeit unterwerfen, sind wir Wachen und Bewachte zugleich.

Ableger dieses Systems sind einer Analyse etwas zugänglicher und ziehen daher tendenziell die meisten kritischen Einwände auf sich. Ein Gesellschaftstheoretiker wird die Prämisse der Unausweichlichkeit von Marktkräften anzweifeln oder die Frage aufwerfen, ob ökonomische »Gesetze« mehr sind als eigennützige Verallgemeinerungen. Diese Untersuchungen sind wichtig, aber sie lassen die umfassenderen mutmaßlichen Zwangsläufigkeiten der Arbeit überwiegend unangetastet. Tatsächlich bekräftigen solche kritischen Debatten den grundlegenden ideologischen Sieg der Arbeit, weil sie selbst in ihrer Kritik deren Grundannahmen bestätigen. Und folglich neutralisiert Arbeit aus dem Innern des Systems heraus kritische Energie beziehungsweise verleibt sich diese ein. Der Drückeberger (Bummelant) ist der tragische Held, eine Schwundform des griechischen Protagonisten. In seinem sanften Widerstand – langen Aufenthalten in der Poststelle, Diebstahl von Büromaterialien, Fälschung von Stempelkarten, das demonstrative Umhertragen leerer Aktenordner – stützt der Bummelant zwangsläufig das System. Dies ist Widerstand, aber der falschen Art; er ist vergeblich, weil das System unabhängig von seiner öffentlich verlautbarten Haltung Bummelanten liebt. Gerade in ihrem Widerstand dagegen verkörpern sie die Idee der Arbeit.

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Widerstände

So viel zu den nach hinten blickenden Eliten, die ihre Stellung in der Idee der Arbeit rechtfertigen und immerfort nach neuen Wegen suchen, um ihren Einfluss auszuweiten, ohne letztlich ihre Ziele zu erreichen. Pournelles und Moores Gesetze verdeutlichen, dass das Bild, bezogen auf die Zukunft, sehr viel beunruhigender ist. Die Zukunft der Arbeit ist, auf kurze Sicht, ein Albtraum des Elitismus; längerfristig mag sie sich als ein Albtraum der Sinnlosigkeit erweisen. Das gewohnheitsmäßige Sammeln von Qualifikationsnachweisen, Beförderungen und »Mitarbeiter des Monats«-Auszeichnungen verschleiert eine tiefere existenzielle Frage – nämlich, was eigentlich damit erreicht werden soll.

»Die Zukunft der Arbeit ist, auf kurze Sicht, ein Albtraum des Elitismus; längerfristig mag sie sich als ein Albtraum der Sinnlosigkeit erweisen.«

Es ist ein Axiom der Statusangst, dass der Wettstreit um einen hierarchischen Rangplatz nie endet – außer, vorübergehend, wenn ein Sündenbock gefunden wurde. Der Sündenbock bestätigt den Status aller, auch wenn sie sehr unterschiedliche Rangplätze in der Statushierarchie einnehmen, denn der Sündenbock steht unter allen. Daher erzählen viele Narrative aus der Arbeitswelt von der Suche nach einem Schuldigen. Wir kommen als Betrieb zusammen, um einem von uns die Schuld zuzuweisen, der dann öffentlich beschämt und verstoßen wird: »Jones hat einen Bericht eingereicht, der voller Fehler war! Smith hat eine absurd große Menge (von x) bestellt, das Unternehmen geht baden!« Auf diese Weise fühlen wir uns alle besser, und es stärkt unsere Leistungsmotivation, auch wenn es ein reines Spektakel der Schadenfreude auf Kosten des Sündenbocks ist.

Die Suche nach dem Schuldigen funktioniert ausgezeichnet im kleinen Maßstab. Im größeren Maßstab ist die Aufgabe des Narrativs schwieriger. Wozu ist das Unternehmen da? Was tut es? Wie ein Mensch, der der Sterblichkeit ins Auge blickt, bewegen wir uns hier am Rande des Abgrunds. Das Unternehmen tut eigentlich nicht viel. Es steht nicht für irgendetwas Bedeutsames. Die rastlose Vorwärtsbewegung von Unternehmen – »Hier bei Compu-Global-Hyper-Mega-Net streben wir immer vorwärts!« – ist die Entsprechung zum Hegel’schen »Schlecht-Unendlichen«, dem sinnlosen Nichts des leeren Alles. Das, was getan wird, hat keinen Sinn, aber es muss trotzdem getan werden. Die Langeweile des durchschnittlichen Arbeitnehmers, insbesondere in Großunternehmen, ist die konkrete Manifestation dieser Sinnlosigkeit. Aber Langeweile kann die Produktivität verringern; daher wird ein Großteil der Energie der Arbeit dafür aufgewendet, Mittel und Wege zu finden, die Langeweile, die das notwendige Ergebnis der Arbeit ist, zu lindern, um die Produktivität zu steigern: eine Art Kreditausfallversicherung für die Seele. Arbeitssucht ist die narkotisierende Spielart davon, ausgeführt im Arbeitstätigen selbst. Der Workaholic kolonisiert seine eigene Verzweiflung über die wahrgenommene Leere des Lebens – seine Nicht-Produktivität – dadurch, dass er sie mit Arbeit füllt.

»Der Workaholic kolonisiert seine eigene Verzweiflung über die wahrgenommene Leere des Lebens – seine Nicht-Produktivität – dadurch, dass er sie mit Arbeit füllt.«

Es kann nicht überraschen, dass der tiefschürfendste Kritiker der Arbeit, Karl Marx, erkannte, dass dieser Hegel’sche Abgrund allen Spielarten bezahlter Beschäftigung innewohnt. Marx’ Theorie der entfremdeten Arbeit, wonach unsere Arbeitskraft und schließlich auch unsere Identitäten zu Waren werden, die gekauft und für Gewinn an andere verkauft werden, ist lediglich eine Stimme in einem anhaltenden Chor der Ablehnung und des Widerstands gegen die Arbeit. »Arbeit? Niemals!«, befahl der Situationist Guy Debord, womit er die Leitmaxime des Widerstands aussprach. Ein anderer situationistischer Slogan, der berühmte Graffito von Mai 1968, erinnert uns daran, dass die Ordnung und Solidität der urbanen Infrastruktur einen spielerischen, offenen Möglichkeitsraum, der noch grundlegender ist, verbirgt: »Sous les pavés, la plage!« (Unterm Pflaster liegt der Strand!)

Zwischen Marx und Debord liegt der große, vernachlässigte Georges Sorel, eine Stimme der Gegenaufklärung und sogar der Gegenkultur, der Persönlichkeiten wie Debord, Frantz Fanon und Che Guevara, aber auch Timothy Leary, Jack Kerouac und Ken Kesey beeinflusst hat. Wie viele andere radikale Kritiker erkannte Sorel die Leere des liberalen Freiheitsversprechens, sobald dieses mit der Reglementierung und Verbürgerlichung des Alltagslebens verbunden wird. Sorel war ein unverwüstlicher Enthusiast, der sich rastlos einem Anliegen nach dem anderen verschrieb: Sozialist, Dreyfusard, Asket und Anti-Dreyfusard. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts richtete er seinen Enthusiasmus auf die Gewerkschaftsbewegung und ermunterte zu einem Generalstreik, in den Worten von Isaiah Berlin (der die allergrößte Hochachtung vor diesem Denker »gegen den Strich« hatte), »der Ruf nach der völligen Vernichtung der ganzen abstoßenden Welt der Kalkulation, von Gewinn und Verlust, der Behandlung der Menschen und ihrer Fähigkeiten als Waren, als Material bürokratischer Manipulationen, der Welt eines illusionären Konsenses und sozialer Harmonie, der Welt ökonomischer und soziologischer Experten, die nicht danach fragen, welchen Herren sie dienen, sondern die Menschen bloß als Objekte ihrer statistischen Berechnungen behandeln, als formbares ›menschliches Material‹ und darüber völlig vergessen, daß dahinter lebendige Menschen stehen«. Anders gesagt, der Ruf nach Vernichtung des Spätkapitalismus und alles, was er mit sich bringt.

Man könnte sich fragen, warum ein solcher Widerstand wiederholt notwendig ist, aber auch, warum er immer zu scheitern scheint. Die Antwort liegt in der evolutionären Tatsache der sprachlichen Aufrüstung, des sprachlichen Upgrades. Gemeinsam mit allen Ideologien geht die Arbeitsidee davon aus, dass der beste Sieg derjenige ist, der am schnellsten erfolgt, im Idealfall bevor der Prozess bewussten Nachdenkens einsetzen kann. Und so tritt hier die Sprache als das Schlachtfeld hervor. Der Spracherwerb ist von entscheidender Bedeutung für unseren evolutionären Erfolg, weil Sprache bei der hochkomplexen Handlungskoordinierung hilft. Aber dieser Erfolg hängt auch von der Irreführung, Täuschung, Kontrolle und den Glücksillusionen ab, die die Sprache vollbringen kann, weil auch sie Handlungskoordinierung erlauben. Daher ist das Upgrade gleichzeitig ein Downgrade: Die Sprache erlaubt uns, zwischen Erscheinung und Wirklichkeit zu unterscheiden, aber sie erlaubt einigen von uns auch, andere davon zu überzeugen, dass die Erscheinung die Wirklichkeit sei. Wenn es keinen Unterschied gäbe, würde dies keine Rolle spielen; es wäre gar nicht möglich. Täuschung kann nur erfolgreich sein, wenn es so etwas wie Wahrheit gibt, wie Sokrates im ersten Buch von Platons Politeia darlegte.

Jargon, Slogans, Euphemismen und künstlerische Ausdrücke sind allesamt Waffen in der Upgrade/Downgrade-Tradition. Wir sollten sie unter dem Fachterminus »Bullshit« zusammenfassen, der von dem Philosophen Harry Frankfurt geprägt wurde. Die gewohnheitsmäßige Weigerung, die Wahr-heit als Maßstab des Sprechens anzuerkennen, wird Bullshit genannt, weil das Ausweichen vor der Normativität eine Art Schmutz, die Ausbreitung von Müll, »Shit«, produziert. Aus diesem Grund sei Bullshit viel bedrohlicher und politisch bösartiger als die Lüge, so Frankfurt. Der Bullshitter »weist die Autorität der Wahrheit nicht ab und widersetzt sich ihr nicht, wie es der Lügner tut. Er beachtet sie einfach gar nicht. Aus diesem Grund ist Bullshit ein größerer Feind der Wahrheit als die Lüge.«

Die Sprache der Arbeit ist voller Bullshit. Aber dadurch, dass wir über diese Ausdrücke nachdenken, statt sie bedenkenlos zu verwenden oder (nur) zu verspotten, können wir hoffen, den Feind deutlicher zu erkennen und so die Überschreibung offenzulegen, die der Neusprech in der Arbeitswelt fortwährend anstrebt. Besondere Wachsamkeit ist geboten, weil der Sieg zweiter Ordnung des Bullshit in der Arbeitswelt darin besteht, dass er neben der Tatsache, dass er keine Rücksicht auf die Wahrheit nimmt, sich selbst als harmlos oder sogar nützlich ausgibt. Insbesondere in klugen Händen werden die kontrollierenden Elemente der Arbeit als befreiend, gegenkulturell und subversiv umgedeutet: Man ist ein Skatepunk-Rebell, weil man siebzig Stunden pro Woche Betatests von Videospielen durchführt. Dies ist Meta-Bullshit, könnten wir sagen. Und anders als von Philosophen behauptet oder gewünscht, ist dieser Meta-Bullshit – und nicht etwa Wahrheit – die Norm, die die meisten koordinierten menschlichen Handlungen unter den Bedingungen der Kapitalmärkte bestimmt. So begegnet Bullshit dem schnöden Mammon und wird zu diesem, und selbstverständlich umgekehrt.

So wie die Idee der Arbeit in der Sprache gleichsam wuchert, beobachten wir in der Welt der Arbeit eine Reihe damit zusammenhängender Paradoxien: Gefangennahme durch Inklusion, Abwertung durch Belobigung, Verschleierung durch Erklärung, Anpassung durch Distinktion, Scheitern durch Erfolg, Gehorsam durch Freiheit und Autorität durch freche Coolness. Der Manager wird als ein »Intellektueller«, ein »Visionär«, ja sogar als ein »Genie« hingestellt. »Kreative« werden eingelagert und gehätschelt. Demografische Kenndaten werden etikettiert, Produkte werden kategorisiert. Schlagworte, Akronyme, Sprichwörter, Klischees und Sportmetaphern werden geordnet und eingesetzt. Die Verwässerung von Sinn durch unnötige Komplexität, die Streuung von Verantwortung durch Passivkonstruktionen und das ausgeklügelte Belobigen geringfügiger Leistungen – all dies kennzeichnet die Sprache der Arbeit.

»Neupositionierung. Down-sizing. Rebranding. Das Unternehmensleitbild bearbeiten. Bis an die Grenze gehen. Unkonventionell denken. Auf dem Laufenden bleiben. Den Wald und die Bäume sehen.«

In diesem Sinne: Outsourcing. Neupositionierung. Down-sizing. Rebranding. Das Unternehmensleitbild bearbeiten. Bis an die Grenze gehen. Unkonventionell denken. Auf dem Laufenden bleiben. Den Wald und die Bäume sehen. Sich klarmachen: Irgendwas ist immer dran. Casual Friday! Smart Working! Hotdesking! Keine halben Sachen! Touchdown! You-topia! Diese abgegriffenen Floskeln, die mit der Idee der Arbeit verbunden wurden, sind bereits entlarvt und kritisiert worden, und zwar so sehr, dass wir glauben könnten, wir würden unseren Feind allzu gut kennen. Aber das Upgrade/Downgrade ist unendlich einfallsreich. Selbst die gegenwärtige kritische Analyse kann nicht als das letzte Wort zur Phraseologie des Lohnsklaven gelten. Die Arbeit der Fürsorge um die Sprache ist nie vorbei.